"Netzwerkkabel: Cat 6, Cat 6a oder Cat 7 – was brauche ich?"
Wer im Betrieb ein Netzwerk verlegt oder erweitert, steht schnell vor einer Frage: Welches Kabel soll es sein? Im Handel liegen Produkte mit den Bezeichnungen Cat 5e, Cat 6, Cat 6a und Cat 7 nebeneinander, oft mit deutlichen Preisunterschieden. Höhere Zahlen klingen nach mehr Leistung. Doch was davon brauchen Sie wirklich? Dieser Beitrag ordnet die Kategorien ein und zeigt, worauf es im Alltag ankommt.
Was bedeuten die Kategorien überhaupt?
Das Kürzel "Cat" steht für Category, also die Kategorie eines Netzwerkkabels. Sie sagt aus, für welche Frequenz und damit für welche Geschwindigkeit ein Kabel ausgelegt ist. Je höher die Kategorie, desto mehr Daten lassen sich übertragen, allerdings hängt die erreichbare Geschwindigkeit auch von der Länge ab. Die wichtigsten Kategorien im Überblick:
- Cat 5e: bis 1 Gigabit pro Sekunde über die volle Strecke von 100 Metern. Reicht für normale Büroarbeit völlig aus.
- Cat 6: 1 Gigabit über 100 Meter. 10 Gigabit sind möglich, aber nur bis etwa 55 Meter.
- Cat 6a: 10 Gigabit über die volle Länge von 100 Metern.
- Cat 7: technisch ebenfalls 10 Gigabit über 100 Meter, benötigt aber besondere Stecker.
Wie schnell muss das Netzwerk sein?
Für die meisten Betriebe lautet die ehrliche Antwort: 1 Gigabit pro Sekunde genügt. E-Mail, Buchhaltung, Surfen und das Arbeiten mit Dateien im Netzwerk laufen damit flüssig. Spürbar mehr Tempo brauchen Sie erst, wenn regelmäßig große Datenmengen im Haus bewegt werden, etwa beim Zugriff mehrerer Rechner auf einen zentralen Server oder ein NAS, oder bei Video- und Konstruktionsdaten.
Wichtig ist außerdem: Ein Kabel ist immer nur so schnell wie das langsamste Gerät. Wenn Router, Switch oder die Netzwerkkarte im Rechner nur 1 Gigabit können, bringt auch ein 10-Gigabit-Kabel keinen Vorteil. Es lohnt sich also, die vorhandene Technik anzuschauen, bevor Sie in teure Kabel investieren.
Was hat es mit Cat 7 auf sich?
Cat 7 klingt nach der besten Wahl, ist im Alltag aber oft unpraktisch. Der Grund: Die Norm für Cat 7 sieht besondere Steckverbinder vor und nicht den überall üblichen RJ45-Stecker, den jede Netzwerkdose und jedes Gerät nutzt. Viele als "Cat 7" verkaufte Kabel haben trotzdem RJ45-Stecker und arbeiten dann faktisch wie ein Cat-6a-Kabel. Sie zahlen also mitunter für ein Etikett, ohne einen echten Vorteil zu bekommen. Für ein normales Firmennetz mit RJ45-Technik ist Cat 6a in aller Regel die sinnvollere und günstigere Wahl.
Worauf sollten Sie beim Verlegen achten?
Nicht nur die Kategorie entscheidet über ein stabiles Netz, sondern auch die Verarbeitung. Ein paar Punkte aus der Praxis:
- Verlegekabel oder Patchkabel: Fest in Wand und Kanal kommen starre Verlegekabel. Die flexiblen Patchkabel sind für die kurze Strecke von der Dose zum Gerät gedacht.
- Abschirmung: In Umgebungen mit vielen Störquellen wie Maschinen oder Leuchtstofflampen sind abgeschirmte Kabel (Kennung S/FTP) die sichere Wahl. Im ruhigen Büro genügt oft die einfachere Variante.
- Länge beachten: Über 100 Meter am Stück sollte eine Leitung nicht gehen. Danach wird ein aktives Gerät wie ein Switch nötig.
- Stecker und Dosen: Eine schlechte Verbindung bremst das ganze Kabel aus. An Dosen und Steckern sollten Sie nicht sparen.
Fazit
Für die meisten Betriebe ist Cat 6a die vernünftige Wahl: Es schafft 10 Gigabit über die volle Länge, ist mit der üblichen RJ45-Technik kompatibel und lässt Reserven für die Zukunft. Wenn ohnehin nur 1 Gigabit gefragt ist, reicht Cat 5e problemlos aus. Das teurere Cat 7 bringt im normalen Firmennetz meist keinen Mehrwert. Wer im Raum Reutlingen–Tübingen ein neues Netzwerk plant oder ein bestehendes verbessern möchte, kann die Verkabelung mit edvGO gemeinsam auf den tatsächlichen Bedarf abstimmen. Passend dazu klären wir im Beitrag Router, Switch und Access Point, welches Gerät wofür zuständig ist.