"Pi-hole: Werbung und Tracker im ganzen Netz blocken"
Werbung, Zählpixel und Tracker begleiten heute fast jeden Klick im Internet. Sie verlangsamen Webseiten, verbrauchen Datenvolumen und sammeln Informationen über das Surfverhalten. Browser-Erweiterungen helfen immer nur auf dem einen Gerät, auf dem sie installiert sind. Pi-hole geht einen anderen Weg und filtert zentral für das ganze Netzwerk. Dieser Beitrag erklärt, wie das funktioniert und für wen es sich lohnt.
Was ist Pi-hole?
Pi-hole ist ein kostenloser, quelloffener Werbe- und Tracker-Filter, aktuell in Version 6. Es arbeitet als sogenannter DNS-Filter. Vereinfacht gesagt übernimmt Pi-hole die Rolle des Telefonbuchs im Netzwerk: Jedes Mal, wenn ein Gerät eine Internetadresse aufrufen möchte, fragt es zuerst bei Pi-hole nach. Steht die Adresse auf einer Sperrliste, etwa ein bekannter Werbeserver, antwortet Pi-hole gar nicht erst, und die Werbung wird nie geladen. Das Projekt gibt es seit vielen Jahren und wird aktiv weiterentwickelt.
Was bringt das im Betrieb?
Weil Pi-hole an zentraler Stelle filtert, profitieren alle Geräte gleichzeitig: Büro-PCs, Telefone, Tablets, selbst das Gerät im Besprechungsraum oder das Gäste-WLAN. Sie müssen nichts auf den einzelnen Geräten installieren, und auch Smartphones von Mitarbeitern oder Geräte, auf die Sie keinen vollen Zugriff haben, werden mit abgedeckt, sobald sie im Firmennetz hängen. Konkret bedeutet das:
- Weniger Ballast: Seiten laden schneller, weil Werbung und Tracker schon vorher wegfallen.
- Mehr Ruhe: Weniger Zählpixel heißt weniger Datensammelei über Ihre Mitarbeiter und Kunden.
- Weniger Datenverbrauch: An Standorten mit begrenzter Leitung macht sich das spürbar bemerkbar.
- Zentrale Übersicht: In einer Weboberfläche sehen Sie, welche Anfragen gestellt und welche blockiert wurden.
Die Sperrlisten, nach denen Pi-hole arbeitet, werden von einer großen Gemeinschaft gepflegt und lassen sich automatisch aktualisieren. Sie können eigene Adressen jederzeit ergänzen oder wieder freigeben.
Was brauche ich dafür?
Die Anforderungen sind gering. Pi-hole läuft auf einem kleinen Einplatinenrechner wie dem Raspberry Pi (ab dem Modell Zero 2 W), auf jedem gängigen Linux-Rechner oder als Container in einer Docker-Umgebung, zum Beispiel auf vielen NAS-Geräten von Synology oder QNAP. Offiziell genügen 512 MB Arbeitsspeicher und 2 GB Speicherplatz. Mit Version 6 wurde die Einrichtung einfacher: Weboberfläche und Schnittstelle stecken jetzt direkt im Programm, ein separater Webserver ist nicht mehr nötig.
Wo sind die Grenzen?
Pi-hole ist kein Ersatz für Virenschutz oder eine Firewall. Es blockiert Adressen, prüft die Inhalte dahinter aber nicht auf Schadsoftware. Werbung innerhalb mancher Apps oder auf Plattformen wie YouTube lässt sich damit nur teilweise ausblenden. Und gelegentlich blockiert eine zu strenge Liste etwas, das man eigentlich braucht. Dann muss man die betreffende Adresse von Hand freigeben. Ein wenig Pflege gehört also dazu. Wer sich die Einrichtung nicht selbst zutraut, sollte sie begleiten lassen, damit das Firmennetz nicht versehentlich lahmgelegt wird.
Für wen lohnt sich Pi-hole?
Für Betriebe, die Wert auf schlanke, nachvollziehbare Technik legen und ohnehin ein NAS oder einen kleinen Server betreiben, ist Pi-hole eine kostengünstige Ergänzung. Wer nur zwei oder drei Rechner hat, fährt mit einer Browser-Erweiterung oft einfacher. Je mehr Geräte im Netz hängen, desto größer wird der Vorteil der zentralen Lösung. Interessant ist Pi-hole auch dort, wo viele verschiedene Geräte zusammenkommen, etwa in einer Praxis, einer Kanzlei oder einem Ladengeschäft mit Kassensystem, Telefonanlage und WLAN für Kunden.
Unser Rat
Pi-hole ist ein gutes Beispiel dafür, dass wirksamer Schutz nicht teuer sein muss. Testen Sie es zunächst in Ruhe, etwa auf einem Raspberry Pi oder in einem Container, bevor Sie es für das gesamte Netz scharfschalten. So sehen Sie in aller Ruhe, was blockiert wird, und können nachjustieren, bevor es im Alltag stört.
Betriebe aus der Region Reutlingen-Tübingen, die Pi-hole sauber ins Firmennetz einbinden möchten, unterstützen wir bei Einrichtung und Pflege.