1. Oktober 2026 · IT-Sicherheit · IT-Grundlagen

"Windows 10 ist am Ende: Was Betriebe jetzt tun sollten"

Seit dem 14. Oktober 2025 ist Schluss: Microsoft liefert für Windows 10 keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr aus. Die Rechner laufen zwar weiter, doch jede neu entdeckte Sicherheitslücke bleibt offen. Für Betriebe, die noch mit Windows 10 arbeiten, ist das kein Grund zur Panik, aber ein guter Grund zu handeln. Dieser Beitrag zeigt, welche Wege es gibt und worauf Sie dabei achten sollten.

Warum ist das Supportende ein Problem?

Ein Betriebssystem ohne Updates wird mit jedem Monat unsicherer. Angreifer suchen gezielt nach Lücken, die niemand mehr schließt, und ältere Systeme sind ein beliebtes Ziel, weil sich der Aufwand für die Angreifer lohnt. Nach und nach stellen auch Browser, Fachprogramme und Sicherheitssoftware die Unterstützung für Windows 10 ein. Was heute noch funktioniert, kann in einigen Monaten plötzlich nicht mehr laufen oder keine Aktualisierungen mehr erhalten. Dazu kommt ein oft übersehener Punkt: Wer Kundendaten verarbeitet, muss diese nach dem Stand der Technik schützen. Ein System, das keine Updates mehr erhält, erfüllt diesen Anspruch kaum. Das kann im Schadensfall zu einem echten Datenschutzproblem werden, bis hin zu Haftungsfragen gegenüber Kunden. Warum laufende Aktualisierungen so wichtig sind, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben: Warum Updates so wichtig sind.

Läuft mein Rechner mit Windows 11?

Die naheliegendste Lösung ist das kostenlose Upgrade auf Windows 11. Es ist allerdings an Hardware-Bedingungen geknüpft. Der Rechner braucht einen Sicherheitschip namens TPM 2.0, das aktivierte "Secure Boot" und einen unterstützten Prozessor, in der Regel ab Intels 8. Generation oder AMD Ryzen der 2000er-Reihe. Hinzu kommen mindestens 4 GB Arbeitsspeicher und 64 GB Speicherplatz. Ob Ihr Gerät passt, zeigt die kostenlose Microsoft-App "PC-Integritätsprüfung". Häufig ist TPM 2.0 sogar vorhanden, aber im BIOS abgeschaltet. Dann genügt ein einziges Häkchen, und der Rechner wird kompatibel.

Welche Möglichkeiten habe ich sonst?

Nicht jeder Rechner lässt sich auf Windows 11 heben. Dann bleiben mehrere Wege:

  • Neue Hardware: Für Geräte, die ohnehin in die Jahre gekommen sind, ist ein Austausch oft wirtschaftlicher als jedes Nachrüsten.
  • Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU): Microsoft liefert gegen Gebühr weiter Updates. Für Unternehmen kostet das erste Jahr rund 61 US-Dollar pro Gerät, danach verdoppelt sich der Preis jährlich (122, dann 244 US-Dollar). Das Programm läuft längstens bis Oktober 2028. ESU ist eine Brücke, keine Dauerlösung.
  • Umstieg auf Linux: Ältere, aber funktionierende Rechner bekommen mit einem schlanken Linux ein zweites Leben, samt kostenloser Sicherheitsupdates. Mehr dazu lesen Sie unter Altem PC mit Linux neues Leben geben.

Gibt es eine kostenlose Übergangslösung?

Für Privatgeräte bietet Microsoft ein kostenloses ESU-Jahr bis zum 13. Oktober 2026 an, wenn man sich mit einem Microsoft-Konto anmeldet. Im Betrieb mit zentral verwalteten Geräten greift diese Variante meist nicht. Hier führt der Weg über die kostenpflichtigen Unternehmenslizenzen. Wichtig in beiden Fällen: Keine dieser Lösungen ist auf Dauer gedacht. Sie verschaffen Zeit für den Umstieg, mehr nicht.

Wie gehe ich das Ganze an?

Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme: Welche Rechner laufen noch mit Windows 10? Welche davon schaffen Windows 11, welche nicht? Notieren Sie zu jedem Gerät Alter, Prozessor und TPM-Status, dann sehen Sie schnell, wo sich ein Upgrade lohnt und wo ein Austausch der bessere Weg ist. Planen Sie den Umstieg in Etappen, damit nicht alle Geräte gleichzeitig ausfallen und der Betrieb weiterläuft. Sichern Sie vorher Ihre Daten, denn ein Upgrade ist ein guter Anlass für ein vollständiges Backup. Und klären Sie frühzeitig, ob Ihre Fachprogramme unter Windows 11 freigegeben sind. So vermeiden Sie böse Überraschungen am ersten Arbeitstag mit dem neuen System.

Fazit

Windows 10 ist am Ende seines offiziellen Lebens, Ihr Betrieb muss es deshalb nicht sein. Prüfen Sie zuerst, welche Rechner das kostenlose Upgrade schaffen. Für den Rest sind neue Hardware oder ein Umstieg auf Linux meist sinnvoller als teure Verlängerungen. Entscheidend ist vor allem eines: die alten Systeme nicht einfach ungeschützt weiterlaufen lassen.

Wenn Sie in der Region Reutlingen-Tübingen nicht sicher sind, welche Ihrer Geräte den Umstieg schaffen, hilft ein nüchterner Blick von außen oft schneller weiter als jede Checkliste.

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